Beratung für Angehörige von demenzerkrankten Menschen

Demenz bedeutet „Entgleisung, Hirnleistungsstörung (de=weg und mens=Geist,Verstand).

Erste Hinweise auf eine Demenzerkrankung

Der erste Hinweis einer Demenz ist nicht, dass man viel vergisst, dies kann auf Überbelastung oder zu viel Stress hinweisen. Die Symptome für Demenz sind weitaus vielfältiger. Bei den Betroffenen nimmt nicht nur die Erinnerung ab, sie verlieren auch die Fähigkeit klar zu denken und Zusammenhänge zu erfassen, Handlungsabläufe können immer weniger strukturiert werden und es fällt ihnen zunehmend schwerer Tagesabläufe zu bewältigen.

Im Anfangsstadium einer Demenz werden die ersten Symptome von den Betroffenen oft kaschiert, weil sie es nicht wahrhaben wollen, dass ihre geistigen Fähigkeite0n nachlassen, was häufig auch in eine Depression führen kann.
Hinweise auf eine Demenz können sein:

  • Gegenstände werden verlegt, zum Beispiel - Pantoffeln finden sich in der Spülmaschine wieder.
  • Die räumliche Wahrnehmung verändert sich, der Betroffene findet sich in der bekannten Umgebung nicht mehr zurecht.
  • Im Sommer wird Winterkleidung angezogen.
  • Es treten Schwierigkeiten bei gängigen Tätigkeiten, wie kochen, Kaffeekochen etc. auf, es wird die Herdplatte angelassen, oder die Kaffeemaschine nicht ausgeschaltet.
  • Es wird die Bezeichnung für alltägliche Gegenstände vergessen, auch Stimmungsschwankungen, Antriebsarmut und Depressionen können Hinweise auf eine beginnende Demenz sein.

Zur genaueren Diagnose sollte ein Arzt aufgesucht werden, in Begleitung eines nahestehenden Menschen, der bei der Beantwortung von Fragen unterstützend zur Seite stehen kann. Gut wäre es vorher schon eine Weile ein Tagebuch zu führen, über das, was der Person aufgefallen ist, die den Demenzkranken gut kennt.

Eine der am Häufigsten auftretenden Form von Demenz ist die Alzheimer-Demenz mit 70%. Weitere auftretende Formen sind:

  • Vaskuläre Demenz (tritt als Folge von Schlaganfällen auf),
  • die Lewy-Körperchen Demenz (ist eine Form, die in Zusammenhang mit Parkinson auftritt),
  • die Frontotemporale Demenz (tritt schon im mittleren Lebensalter auf und kommt eher selten vor).

Von daher ist es sehr wichtig eine genaue Diagnose zu stellen, um dann den Patienten medikamentös einstellen zu können. Auch nicht medikamentöse Verfahren, die das Fortschreiten verzögern und zu einem lebenswerten Leben beitragen, können unterstützend eingesetzt werden. Noch kann eine Erkrankung an Demenz nicht geheilt werden, aber ihr Fortschreiten kann durch Medikamente hinausgezögert werden. Dazu ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem Arzt wichtig, so dass sie immer wieder Rücksprache nehmen können und Veränderungen und Nebenwirkungen mit ihm besprechen können. Deshalb ist der erste Gang zu ihrem Hausarzt, zu dem sie sicher über Jahre schon ein Vertrauen aufgebaut haben und der den Patienten schon gut kennt, sinnvoll.

Einige Tips zum Umgang mit Demenzerkrankten

Ein für die Betreuenden fremdes Verhalten durch den Demenzkranken ist niemals böse Absicht. Je besser sich die zu Betreuenden in die Erlebniswelt des Erkrankten einfühlen können, umso leichter wird der Umgang mit ihm. Wichtig ist in kurzen klaren Sätzen zu sprechen und den Erkrankten ernst zu nehmen, in dem was er mitteilt und nicht ständig zu korrigieren, sondern sich in seine Erlebniswelt hineinzubegeben. Verfallen Sie nicht in die Babysprache, sondern behandeln Sie ihn wie einen erwachsenen Menschen, der allen Respekt und einen würdevollen Umgang verdient. Vermeiden sie lange Diskussionen, damit überfordern Sie den Erkrankten. In der Anfangsphase der Erkrankung registrieren die Menschen ihren Gedächtnisverlust, ihre zunehmende Orientierungslosigkeit und können verzweifelt, aggressiv und deprimiert reagieren. Versuchen Sie sich in sie hineinzuversetzen oder überlegen Sie, wie es Ihnen gehen würde, wenn Sie die Veränderung an sich spüren würden. Zwingen sie die Person nicht zu Handlungen, da es in der Regel in einen Kampf ausarten wird, z.B. das Duschen. Verschieben sie es dann lieber noch einmal und probieren es später erneut.

Es ist sinnvoll den Demenzkranken Aktivitäten anzubieten, aber nicht zu überfordern. Greifen Sie auf seine Ressourcen zurück, z.B. wenn jemand gerne im Garten gearbeitet hat, bieten Sie ihm an, im Garten kleine Aufgaben zu verrichten, oder bei der Küchenarbeit zu helfen - Kartoffeln schälen, Gemüse putzen. Lassen Sie die Person nicht alleine kochen, da die Gefahr besteht, dass die Herdplatte nicht mehr ausgeschaltet wird. Bieten Sie ihm Bewegung an, das trägt zur Entspannung bei. Wichtig ist ein strukturierter Tagesablauf, ohne Hektik, da es der erkrankten Person Orientierung gibt. Liebgewonnene Gewohnheiten zu berücksichtigen und in den Tagesrhythmus miteinbauen unterstreicht ihr Wohlgefühl. Geben Sie der Erkrankten zeitliche Orientierung, z.B. durch geregelte Mahlzeiten. Gut ist auch eine große Uhr sichtbar aufzuhängen. Rufen ist oft Ausdruck von Reizarmut, Isolation, Schmerzen oder psychischen Leiden. Versuchen Sie herauszufinden, was die Person beruhigt oder ob es einer weiteren medizinischen Abklärung bedarf.

Marlies Pasquale

Marlies Pasquale
Dipl.- Pädagogin / Counselor grad. BVPPT

Qualifizierung zum systemischen Coach nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Coaching e.V. (DGfC)

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